Wie bereits erwähnt, geriet das Heilige Römische Reich ab dem 17. Jahrhundert in eine fieberhafte Entwicklung. Endlose Kriege und Fehden, neue religiöse Bewegungen, Überbevölkerung und periodische Missernten führten zu einer Verschlechterung der sozio-politischen Situation und zur Verarmung der Bevölkerung. Besonders akut waren diese Probleme in den süddeutschen Ländern Baden, Herzogtum Württemberg, Pfalz, Hessen-Darmstadt und einigen ihrer Nachbarregionen. Aus diesen Gebieten wanderten die meisten Menschen aus, um neue Länder in der ganzen Welt zu besiedeln.
Die Auswanderung von Menschen war in den meisten Fällen nicht spontan, sondern organisiert. Sowohl innerhalb des Römischen Reiches selbst als auch außerhalb seiner Grenzen gab es staatliche Einheiten, die in ihren eigenen, eroberten oder neu erworbenen Gebieten Arbeitskräfte benötigten. Diese Staaten schickten ihre Vertreter (Anwerber oder Kommissare) in benachteiligte Regionen des Reiches, und diese warben unter bestimmten Bedingungen Kolonisten an, die in neue Gebiete ziehen sollten. So kam es in den oben genannten Ländern seit Beginn des 18.
1709 - nach Amerika
1722 - ins ungarische Banat
1740er Jahre - Brandenburg, Preußen
1559-1762 - Dänemark (Jütland und Herzogtum Schleswig)
1763-1766 - Russisches Reich (Kolonien im Wolgagebiet).
Bei der Unterzeichnung der Verträge mit den Ausreisewilligen führten die Anwerber auch Umfragen durch und erfassten die Hauptgründe für die Ausreise, die von den Kolonisten selbst angegeben wurden. Die meisten Kolonisten nannten als Hauptgründe die folgenden:
Praktisch alle Anwerber und ihre Werbeplakate versprachen den Menschen in den neuen Ländern, was ihnen in ihrer Heimat fehlte - Privateigentum, persönliche Freiheit, politische und wirtschaftliche Stabilität und eine friedliche Zukunft für sie und ihre Kinder.
Johan Michael Meyer, ein Winzer und Landwirt aus Rohrbach bei Heidelberg, folgte dem Ruf eines dieser Anwerber.
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